Freie Deutsche Jugend
Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) seit 1948


Gedanken zu den XIV. Weltfestspielen in Kuba und ihrer Nützlichkeit für unseren Kampf hier

Zuallererst möchten wir dem Gastgeberland Kuba danken für seinen Mut, diese Weltfestspiele überhaupt zu ermöglichen.

Trotz der großen ökonomischen Schwierigkeiten, meisterten die Kubaner mit viel Enthusiasmus die Lage. Alle Kubaner arbeiteten kostenlos für die Spiele! Anstatt der angemeldeten 7000 ausländischen Delegierten, reisten ca.12.000 an, und sie alle bekamen eine Unterkunft in einer Gastfamilie, Wo sie mit außerordentlicher Gastfreundschaft aufgenommen und bewirtet wurden. Alle Delegierten erhielten täglich ihre Lunchpakete. Alle Delegierten konnten dank der bereitgestellten Schulbusse zu den Veranstaltungsorten gebracht werden.

Die Jugend der Welt debattierte in verschiedenen Foren. Den Raum dafür bot ein Kongreßzentrum auf internationalem Standard (wie wir sie normalerweise nicht von innen kennen) und der Pionierpalast. Und man hatte die Möglichkeit zur Darstellung der politischen Situation im eigenen Land in traumhaften Klubs an den Stränden Havannas. Jede Panne, die passiert sein mag, ist angesichts dieser Dimensionen eine Lächerlichkeit. Man stelle sich vor, wir hätten heute so ein Welttreffen zu organisieren!

Angesichts dieser Tatsachen waren wir froh, daß wir nicht ganz mit leeren Händen nach Kuba gekommen waren. Wir hatten in Vorbereitung der Weltfestspiele über ein Jahr lang Hefte und Stifte für kubanische Schüler gesammelt. Auf Veranstaltungen, Demonstrationen und in Wohnhäusern treppauf, treppab machten wir die Erfahrung, daß die in der DDR alltägliche Solidarität noch nicht ganz vergessen ist. So konnten wir Spenden im Wert von fast 20.000 DM sammeln, wofür wir uns bei den Spendern herzlich bedanken. Aber natürlich ist es noch immer viel zu wenig und nur ein winziger Tropfen auf dem heißen Stein. Auch bei Cuba Si möchten wir uns bedanken für den übernommenen Transport der Spendengüter.

Aber nicht nur in der Vorbereitungsphase, auch auf Kuba selbst empfanden wir die Weltfestspiele als äußerst nützlich auch für unsere weitere Arbeit hier. Man mag kritisieren, daß es bei den Diskussionsrunden nicht möglich war, wirklich aufeinander einzugehen und große neue Strategien zu entwickeln. Natürlich ist das in einer Diskussion mit 500 Teilnehmern schlecht möglich. Aber Jugendliche aus allen Teilen der Erde haben ihre Situation und ihre Meinung geschildert. Das war interessant und hat unseren Horizont erweitert. Wir haben uns mit anderen Delegationen ausgetauscht und man konnte sich jederzeit mit Jugendlichen aus aller Welt unterhalten. Wir haben ein Stück Internationalismus erfahren und gelebt und über unseren Tellerrand hinausgeblickt. Wir haben erfahren, daß es überall Jugendliche gibt, die so denken wie wir, und die noch viel härtere Kämpfe führen, als wir im Moment.

Mit dieser Erfahrung sollte es uns Auftrag sein, hier ein etwas anderes Klima zu schaffen. Ist das Vorurteil, alle Jugendlichen seien Rassisten und Nationalisten, die Jagd auf Nichtdeutsche oder Schwächere machen, richtig? Nein, man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Aber es sollte uns gelingen, der Gewalt tatsächlich etwas entgegen zu setzen. Es darf nicht sein, daß die Rechten die Straßen unsicher machen und die Mehrheit sieht zu, weil niemand da ist, der dem herrschenden Rassismus sichtbar entgegentritt. Laßt uns gemeinsam ein Stück des in Kuba erlebten Internationalismus hier auf die Straße tragen!


Freie Deutsche Jugend, Zentralrat, Karl-Liebknecht-Haus,
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Tel./Fax 030/24 00 92 11

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