
Freie Deutsche Jugend
Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) seit 1948
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Die Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Algerien Nachdem wir am 7. August 2001 nach wochenlanger Vorbereitung und zweitägiger Reise mit Zug und Fähre in Algerien angekommen und von unseren algerischen Gastgebern herzlichst begrüßt worden waren, freuten wir uns alle auf die Eröffnungszeremonie der 15. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Stadion des 5. Juli (Tag der Proklamation der Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich) in Algier. Am Abend des 8. August war es dann so weit, mehrere Tausend Jugendliche aus aller Welt stellten sich zum Einmarsch in das Stadion auf, was vor allem für die algerischen Organisatoren einen riesigen Kraftaufwand bedeutete. Aber auch die Delegierten aus allen Kontinenten kostete es einige Kraft und Nerven, sich zu formieren. Doch was macht man am besten um Wartezeiten erträglicher zu gestalten? Man singt mit Genossen aus Italien und Vietnam lautstark „Bella Ciao”, „Die Internationale” und das „Weltjugendlied” rauf und runter. Das Warten lohnte sich alle mal – das Stadion war mit internationalen Teilnehmern und Algeriern voll besetzt und jede Delegation wurde mit großem Hallo begrüßt. Jeder unserer 30 Teilnehmer hatte beim Einmarsch alle Hände voll zu tun: Ob Musikinstrument, DDR oder FDJ-Fahnen und natürlich auch rote Fahnen oder eins der vier Transparente - es gab viel zu tragen... Als Leittransparent trugen wir das wohl bekannteste Bild von Yevgeni Chaldei, das einen Rotarmisten am 8. Mai 1945 auf dem Berliner Reichstag zeigt, der die Fahne der Sowjetunion hißt. Anschließend folgten zwei Transparente: „Deutschland ist der Hauptkriegstreiber in Europa” und „Für eine Allianz der Völker gegen Deutschland”. Den beiden Transparenten schloß sich ein weiteres mit der dreisprachigen Aufschrift „Lang lebe der Weltbund der Demokratischen Jugend” Nachdem dann alle Delegationen ins Stadion einmarschiert waren, hörten wir noch einige Reden und das Feuer der Weltfestspiele wurde entfacht. Algerische Künstler stellten mit Musik und Tanz die Geschichte Algeriens dar. Die Eröffnungszeremonie endete schließlich mit einem riesigen Feuerwerk über Algier. Mitten in der Nacht sanken dann auch die letzten unermüdlichen Delegierten erschöpft in ihre Betten; von uns jedenfalls ahnten nur die wenigsten, nämlich die „Veteranen” der 14. Weltfestspiele auf Cuba, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde: Spannende, wichtige und auch anstrengende Diskussionen mit Genossen aus aller Welt in den Diskussionsforen oder bei der Essensausgabe, Veranstaltungen nonstop, wenig Schlaf, dafür viele bleibende Eindrücke und natürlich auch viel Spaß. Christiane |
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Treffen mit einem jung gebliebenen Antifaschisten Ein Erlebnis der besonderen Art war das Zusammentreffen mit einem Veteranen der Weltfestspiele: Michel Vanderborght, Jahrgang 1924, Kommunist seit 1942, erlebte seine 14. Weltfestspiele (zur Erinnerung: Algier richtete die 15. aus) Gleich bei der Begrüßung machte er deutlich, daß er sich Zeit seines bisherigen Lebens mit der FDJ verbunden fühlte und sich darüber freut, daß er mit uns eine neue FDJ-Generation trifft: seine Verbundenheit mit uns wurde auch dadurch deutlich, daß er uns seine vorhandenen FDJ-Abzeichen, Materialien... zuschicken und eine große Fahne vorbeibringen will, wenn er das nächste Mal in Berlin ist und bei der Gelegenheit bei uns vorbeikommt. Und nicht nur in Verbindung mit den Weltfestspielen ist Michel eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Er war aktiv in der belgischen Partisanenarmee und baute den belgischen Jugendverband auf, wo er auch langjährig in leitender Funktion tätig war. In seinem über 70jährigen Leben arbeitete Michel mit vielen historischen Persönlichkeiten zusammen, wie beispielsweise Che, Lumumba, Erich Honecker, worüber er eindrucks- und humorvoll erzählte, denn er hatte sich über 2 Stunden für uns Zeit genommen. Zu Beginn seiner Ausführungen ging er sehr ausführlich auf den Kampf der belgischen Partisanenarmee gegen den Faschismus ein. Michel erzählte u.a., daß es die ersten Widerstands- und Sabotageakte bereits im Dezember 1940 gab, daß sehr viele der ehemaligen deutschen und östereichischen Spanienkämpfer Corps in der erwähnten Partisanenarmee bildeten, daß es zu Beginn des Kriegs 4.000 Parteimitglieder gab und zum Kriegsende 100.000. Und daß die erste Amtshandlung der aus London zurückgekehrten Exil-Regierung war, diese Partisanenarmee zu entwaffnen. In seinem sehr emotional gehaltenen historischen Rückblick machte er klar, daß sich der antifaschistische Kampf niemals gegen das deutsche Volk richtete, sondern gegen die faschistische Ideologie. Was seine Teilnahme an der Mehrzahl der Weltfestspiele angeht, so erzählte Michel darüber in einer Vielzahl von Anekdoten: Daß sie sich auf bewährte Partisanen-Art nach Berlin zu den III.Weltfestspielen durchschlugen, daß sie als Belgier während der Weltfestspielen in Warschau mit Pfeffer bezahlten, daß er sehr bedauerte 1973 nicht an Honecker rangekommen zu sein (erst Jahre später) ... Aber das alles muß man ihn leibhaftig erzählen hören. Das kann nämlich diese Niederschrift nur sehr bruchstückhaft wiedergeben. Natürlich hatten wir noch jede Menge Fragen an ihn: Wichtig war uns deshalb auch zu erfahren, was er von unserer Losung „Für eine Allianz der Völker gegen Deutschland“ hält. Er ist prinzipiell mit dieser Losung einverstanden: Er sieht aber das Problem, daß 2 Generationen verloren gegangen sind, denen die Kriegs/Nachkriegsgeschichte nicht erzählt worden ist. Wir werden also Geduld und Zeit brauchen, bis alle diese Losung verstehen, weil Afrika bspw. auch noch andere Probleme hat – so seine Aussage. Und zuallerletzt noch dies: Michel hofft, uns bei den nächsten Weltfestspielen wiederzutreffen. Ich wünsche mir das auch. Marina |
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10 Tage
in Algier Planmäßig machten wir uns am 5. August gen Süden auf, zunächst per Zug von den einzelnen Orten der annektierten DDR und der BRD nach Straßburg, wo sich am Abend dann alle 30 Teilnehmer trafen. Von dort ging es mit dem Nachtzug nach Marseille, und fast erholt und sehr gespannt schifften wir uns am Montagmorgen auf der Fähre nach Algier ein. Eine französische Fähre mit festen Klassengrenzen: Als Passagiere der 3. Klasse durften wir nicht auf die anderen Decks und mussten fast die gesamte Überfahrt eingesperrt im Bauch des Schiffes verbringen. Trotz einiger Panikattacken und steten Gedanken an das Schicksal der Titanic-Opfer kamen wir wie vorgesehen Dienstag früh im Hafen von Algier an. Von da ging es in die Technische Universität Boumedienne, wo den ankommenden Delegierten ein lauter Empfang mit Applaus bereitet wurde und wo wir auch unsere Akkreditierung erledigten. Nach kurzem Aufenthalt, den wir uns mit begeisterten Diskussionen und Gesprächen mit den herumwuselnden anderen Delegierten versüßten, waren wir alle im Besitz eines Delegiertenausweises, eines WFS-T-Shirts und eines Rucksacks. Die Anmeldung überstanden, brachte man uns zu unserer Unterkunft, dem Frauen-Sportcampus von Ben Aknoun, in den Hügeln über Algier gelegen und selbst eine wunderschöne Anlage mit verschiedenen Häuserblocks und viel Grün. Dort endlich: duschen, duschen und nochmal duschen. In Ben Aknoun waren außer uns noch die anderen europäischen, aber auch die asiatischen Delegationen untergebracht, die bereits begonnen hatten, den Campus zu verschönern, mit Transpis, roten und anderen fortschrittlichen Fahnen und Infotischen. Die koreanische Delegation (ca. 150 Teilnehmer) hatte einen eigenen Block bezogen, am Eingang ein „Namensschild“ und ein Festivallogo angebracht und das ganze Haus mit bunten Lichterketten geschmückt, die des Nachts wild vor sich hinblinkten. Ein bißchen gemeinsame Hartnäckigkeit aller Delegationen im Europa-Asien-Club war nötig, um das ursprüngliche Programm gegen ein unpolitisches Alternativprogramm durchzuzsetzen, welches Seitens des algerischen Staates kurzfristig aufgestellt worden war. So konnte auch die FDJ ihren blauen Büchertisch gegenüber dem der SDAJ einrichten, der alsbald unser aller schattiger Treffpunkt wurde und an dem sich zahlreiche spannende, manchmal auch hitzige Diskussionen entwickelten. 8. August: Eröffnung der Weltfestspiele im Stadion des 5. Juli. Bevor wir aber dort waren machten wir erste Erfahrungen mit den Bustransportproblemen, die uns bis zu unserer Abfahrt begleiten sollten: Logisch, schließlich mußten für die mehr als 12.000 Teilnehmerüber 400 Busse koordiniert werden. Vor der Eröffnung hatten wir auch schon die ersten stundenlangen Plenen hinter uns, selten früher als 1 Uhr morgens beendet. Ebenfalls schon alte Hasen waren wir zu dem Zeitpunkt auch, was die Nahrungsaufnahme in der örtlichen Mensa betraf: Anstehen und die Zeit in der Schlange nutzen um mit anderen Delegierten in Gespräch zu kommen oder für den Tausch von Ansteckern und Pins. Aber zurück zum Einmarsch, von uns gut durchgeplant, trotzdem anstrengend: Ankunft am Stadion, sekundenschneller Aufbau und Anordnung unserer Transpis und Fahnen, Warten an einen Sammelpunkt, dann am nächsten ... also der ganz normale Wahnsinn bei solchen Großveranstaltungen. Und dann der Einmarsch der Delegationen mit einem Zug ums halbe Rund, angeführt von Nordkorea, gefolgt von vielen, vielen anderen. (Hier sahen wir, wie der Ruf des deutschen Imperialismus uns vorauseilt: von manchen Algeriern wurden wir mit Heil-Hitler-Rufen begrüßt). Außer der FDJ hatten nur wenige Delegationen kämpferische oder Transpis mit politischen Inhalten dabei. Beieindruckend war natürlich vor allem die cubanische Delegation, deren Anwesenheit wie so oft zu anhaltenden „Viva Fidel!“, „Viva Cuba socialista!“ und „Venceremos!“ Rufen verleitete. Nach dem Einmarsch war der politsche Teil der Veranstaltung fast schon vorbei: Es folgten Reden, Reden, Reden,... Erschöpfung hin oder her, am Donnerstag begannen die Diskussionszentren, Foren und Workshops zu den verschiedenen Themen. Zu allen großen Zentren (Frieden und Sicherheit, Globalisierung, Demokratie und Menschenrechte, Studentenrechte, Antiimperialistisches Tribunal usw.) sowie zu vielen „kleineren“ Diskussionsrunden wie Palästina-Forum oder dem Soliforum mit Jugoslawien, wurden von uns in Gruppenarbeit Redebeiträge erarbeitet und eingebracht. Dank nicht vorhandener Teilnehmerbegrenzung konnten wir an allen gewünschten Veranstaltungen teilnehmen und unsere Positionen einbringen, die uns von einigen Seiten auch Zustimmung oder Lob einbrachten. Wir hatten auch eigene FDJ-Veranstaltungen vorbereitet, so zum Thema Rassismus und Antisemitismus, zur Militarisierung der Gesellschaft, zur Annexion der DDR und zur Bedrohung Osteuropas. Fast alle Veranstaltungen waren gut besucht und mündeten eigentlich regelmäßig in angeregte Diskussionen mit den anwesenden Genossen aus vielen verschiedenen Ländern. Einen großen Teil unserer Zeit investierten wir auch in bilaterale Gespräche mit Delegationsvertretungen aus der ganzen Welt – Genossen zählten derer, spontan gefragt, 22. Darunter u.a. die Ho-Chi-Minh-Jugend, GUSIR (irakische Exilorganisation), Fatah und GUPS (Palästina) usw. Außerhalb der offiziellen Treffen gab es natürlich auch rege inoffizielle Kontakte und Diskussionen mit vielen, vielen verschiedenen Delegierten, die wie immer unser Wissen von der Welt und vom politischen Kampf in den jeweiligen Ländern enorm bereicherten – wenn auch oft auf Kosten unseres eigentlich so dringend benötigten Schlafes. Wem dann noch langweilig war, der konnte sich immer wieder bei diversen Interviews vergnügen. Unser AgitProp-Department (so heißt das im internationalen Polit-Jargon) sorgte bei jeder Gelegenheit für die passende agitatorische Untermalung. Hart geprobt haben die erfahrenen Roten Trillerpfeifen, zusammen mit anderen Genossen, die jetzt wohl ihre erste Stimmausbildung hinter sich haben, um vor unseren Veranstaltungen die Werbetrommel zu rühren. Weltjugendlied und Der Heilige Krieg bleiben wohl untrennbar mit diesen Weltfestspielen verbunden – gesungen u.a. auch in diversen Bussen mit den Ex-Komsomolzen oder der SDAJ oder auch bei allen anderen Gelegenheiten. Manche Genossen entdeckten übrigens auch ihre Begeisterung für koreanische Formationstänze oder für das Kampfgeschmetter der italienischen Genossen. Blauhemden sind fotogen, das entdeckten auch die Besucher der Weltfestspiele, und so wurden wir auf unseren Wegen manchmal alle 2 Meter angehalten, um fotografiert zu werden und als kleines Andenken in irgendwelchen Familienalben von 2001 zu landen. Lächeln auf Kommando haben wir auf jeden Fall gelernt. Mancher von uns hat auch seine lang verborgenen Fremdsprachenkenntnisse wieder ausgegraben. Entspannender Abschluß der sowohl widersprüchlichen als auch für uns doch erfolgreichen 15. Weltfestspiele waren ein kleiner Ausflug in die Stadt, die rasante Busfahrt zum Hafen (nicht mal mehr ein fröhliches Lied kam über unsere Lippen, höchstens noch Anfeuerungsrufe an den Busfahrer vor den Haarnadelkurven) und die wunderbare Rückfahrt auf der algerischen Fähre ohne Klassentrennungund mit stunden- bzw. nächtelangem Deckaufenthalt, bei Sonne und einer frischen Fahrtbrise. Nach 24 Stunden fuhren wir ins wunderschöne Marseille ein, um noch einmal 24 Stunden später wieder zuhause anzukommen.
Diana |
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Bericht
über die Veranstaltung Unglücklicherweise gab es gleichzeitig zu unserer Veranstaltung zwei weitere, die auch noch in räumlicher Nähe statt fanden. So konnten wir leider nur sehr wenige Besucher begrüßen. Umso mehr freute uns, daß darunter auch belgische Genossen waren. Als grundlegende These wurde vertreten, dass Deutschland der Hauptkriegstreiber in Europa ist. Dabei ist von Bedeutung, daß (abgesehen von Jugoslawien) die Ökonomie nicht mehr nur dem Militär folgt, sondern daß es auch umgekehrt sein kann. Getreu unserem Motto „Her mit dem schönen Leben – wird’s für uns im Kapitalismus nicht geben“ zeigten wir auf, wie das von der herrschenden Klasse vergötterte, und von uns bekämpfte System seit seinem Einzug in Osteuropa die dortige Ökonomie zugrunde gerichtet hat. So wurde zunächst festgestellt, dass der Kapitalismus Osteuropa (einschließlich Russland) zwischen 1990 und 1997 nicht mehr als 36,5 Mrd. Dollar an Direktinvestitionen brachte. 30% dieser Investitionen kamen aus der BRD, aus den USA waren es 16% und aus Frankreich und Österreich 10% – wobei die Ökonomie des letzteren fast komplett in deutscher Hand ist. Insgesamt wird deutsches Kapital zu 13% nach Osteuropa exportiert, wo es ökonomisch klar dominiert. Ein Beispiel für das Ausbluten ehemals funktionierender sozialistischer Volkswirtschaften: Polen ist mit 34% des Bruttoinlandsprodukts bei westlichen, speziell den deutschen Kapitalisten verschuldet. Das dreifache der seit 1989 ins Land geflossenen Direktinvestitionen hat es alleine an Zinsen schon bezahlt. Was Polen betrifft, ist das Militär der Ökonomie gefolgt: So steht die Bundeswehr im Rahmen eines gemeinsamen deutsch-dänisch-polnischen Korps heute bereits wieder in Szczecin. Wir geben der ehemaligen polnischen Ministerpräsidentin recht, die schon vor einigen Jahren festgestellt hat: „Deutschlands Weg nach Osten geht durch Polen.“ Als gelungenen Abschluss führten die Roten Trillerpfeifen, unsere Agitprop- Truppe, noch ein Theaterstück auf, in dem der Kampf der beiden größten Imperialisten um die Neuaufteilung Osteuropas am Beispiel Jugoslawien veranschaulicht wird. Während im Hintergrund die Melodie von Brechts „Mackie Messer“ immer lauter wird, wirft sich der deutsche Imperialismus immer gieriger auf die Beute, trotz des Widerstands der USA. Es wird veranschaulicht, daß die Imperialisten, wenn nötig, nicht zögern, ihren Zylinder gegen den Stahlhelm zu tauschen! Bis schließlich der größte Brocken ins Visier genommen wird – Russland! Damit sind wir am offenen Ende nicht nur des Theaterstücks, sondern auch der aktuellen Weltgeschichte angelangt. Um diese in der Epoche des Imperialismus zum ersten Mal ohne Weltkrieg zugunsten der Menschheit zu wenden, forderten wir auch auf dieser Veranstaltung eine Allianz der Völker gegen Deutschland. Daß sich diese Losung bei einem Großteil der Jugend aller Nationen bisher nur geringer Popularität erfreut, wird uns nicht davon abhalten, sie jedem ehrlichen und friedliebenden Menschen zu empfehlen und zu begründen. Mit dieser, wie mit unseren anderen Veranstaltungen haben wir die theoretischen Waffen zur Verfügung gestellt. Roland |
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Gespräch
mit der cubanischen Delegation: Alle freuten sich auf das Gespräch mit Cuba, denn die ganze FDJ-Delegation sollte daran teilnehmen. Danach war ein großes Fest angesagt, weil Fidel Castro am nächsten Tag 75. Geburtstag hatte. Beinahe hätten wir es noch vermasselt, weil wir so eifrig an der Geburtstagskarte für Fidel bastelten, daß wir die Zeit vergaßen. Deshalb kam der Großteil von uns auch eine gute Stunde zu spät, was die Genossen, die bereits an Ort und Stelle waren, auf glühenden Kohlen sitzen ließ. Letztendlich war es aber halb so schlimm, und so saßen etwa 25 FDJler und Freunde um Juan Carlos von der UJC (kommunistischer Jugendverband Cubas) herum und hörten gespannt zu, was er von Cuba zu berichten hatte. Zunächst einmal erklärte er die Zusammensetzung der cubanischen Delegation: 750 Mitglieder war sie insgesamt stark, wovon 500 aus Cuba kamen, die restlichen 250 aus 56 anderen Ländern. Cuba hatte anläßlich der großen Zerstörungen und medizinischen Probleme, die durch Wirbelstürme in Lateinamerika ausgelöst wurden, 1999 nach zahlreichen anderen Hilfsprojekten eine medizinische Fakultät für Jugendliche aus diesen Ländern eingerichtet. Dort werden inzwischen über 5000 Studierende zu Ärzten ausgebildet – und 250 von ihnen ermöglichte Cuba, mit auf die Weltfestspiele zu kommen. Daß die XV. Weltfestspiele in Algerien stattfinden konnten, wertete Juan Carlos als einen klaren und wichtigen Ausdruck der Solidarität mit Afrika und der arabischen Welt. Aus diesem Grund sei es für Cuba sehr wichtig, hart dafür zu arbeiten, daß diese Weltfestspiele auch ein Erfolg sein können. Dies war wohl auch ein durchaus angebrachter Wink an die Teilnehmer und Delegationen, die sich gar zu sehr über „algerische Verhältnisse“ und „die Algerier“ aufgeregt hatten. Schließlich erfuhren wir noch etwas über eine aktuelle Kampagne in Cuba: 5 Cubanern, die in den exil-cubanischen Organisationen in den Vereinigten Staaten für Cuba gearbeitet hatten, droht in den USA, nachdem sie aufgeflogen sind, lebenslange Haft. Aus diesem Anlass fand in Havanna am 26. Juli (Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne) eine Demonstration mit 1,3 Millionen Teilnehmern statt - selbst für Cuba eine stattliche Zahl. Auf den Weltfestspielen trat Cuba dann auch hauptsächlich mit der Forderung nach Freilassung dieser Gefangenen auf. Am Ende des Gesprächs wurden wir reich beschenkt: Neben einem T-Shirt, auf dem die 5 Gefangenen abgebildet sind, und einem ähnlichen Plakat, das JEDER der 25 Teilnehmer des Gesprächs erhielt, bekamen wir auch noch einen guten, von Herzen kommenden Rat mit auf den Weg: Wenn es uns jeden Tag gelänge, nur ein Herz für unseren Kampf zu gewinnen, dann würde bei den nächsten Weltfestspielen unsere Delegation auch 750 Mitglieder zählen! Da blieben uns nur noch ein kräftiges „Viva Cuba socialista!“ und die Übergabe unseres Geschenks und unserer revolutionären Geburtstagsgrüße an Fidel... und die Eroberung der Herzen kann beginnen! Alex |
IMPRESSUM
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