
Früher erkannten wir eine Staatspartei daran, dass unsere SED-Oberen in Wandlitz unanständige "West-Badezimmerarmaturen" hatten und sie regelmäßig auf Hirschjagd gingen! Ach wie ist das lächerlich im Vergleich zu dem, was heute in der BRD passiert! In welchem Land sind wir da nur gelandet? 10 Jahre in der BRD gelebt zu haben, reichen aus zu sagen: Der Westen ist noch viel schlimmer als wir es jemals vermutet haben.
Dass die Großbanken und Waffenschmieden der BRD ihre Parteien haben und sie auch notgedrungen finanzieren, das stand auch schon früher zu DDR-Zeiten in unseren Schulbüchern zur Staatsbürgerkunde. Ein Skandal ist es, wenn wie es jetzt nach fast 30 Jahren herauskommt, aus geheimen Kassen des BRD-Geheimdienstes Millionen an die Westparteien geflossen sind, um antikommunistische Parteien in Spanien und Portugal zu finanzieren (Süddeutsche Zeitung 12.2.00). Skandalös wird es, wenn diese sogenannten Volksparteien vorgeben, im Sinne der Allgemeinheit zu handeln und dafür kräftig Steuergelder kassieren. Über 1,4 Milliarden DM bekamen die BRD-Parteien allein für das Jahr 1994 aus ihrem Staatshaushalt (H.H.v.Arnim "Die Partei, der Abgeordnete und das Geld"). Und die Sache fängt gewaltig zu stinken an, wenn durch offenen Gesetzesbruch die Geldkoffer der CDU über Liechtenstein und Schweiz in die BRD wandern und dies bis zum heutigen Tag ohne dass die BRD-Justiz dagegen eingeschritten ist.
Die CDU unter Kohl wurde jahrelang illegal mit Spenden finanziert. Außergewöhnlich viele Spendengelder waren erforderlich, als vor 10 Jahren die DDR vom deutschen Imperialismus in den Staat der BRD einverleibt wurde. Für diesen Gewaltakt war viel "Pflege der politischen Landschaft" notwendig. Kohl hat das ja selbst zugegeben. Für die Jahre 1989-1992 flossen der CDU ca. 10 Millionen DM zu (FAZ 26.1.2000). Die CDU brauchte die Millionen für den Wahlkampf in der DDR. Auf fremden Boden führte sie ihren bundesdeutschen Wahlkampf, obwohl das Wahlgesetz der DDR solch feindliche Einmischung verbot. Schon vergessen, wie die sogenannten Wahlhelfer aus der BRD im Winter/Frühjahr 1989/90 wie die Heuschreckenschwärme über die DDR hergefallen sind? Die CSU sandte z.B. 25 Tonnen Propagandamaterial, 2 Millionen Flugblätter und 1 Mio. DSU-Grundsatzprogramme. Sie sandte laut ‚Spiegel' für 4 Wochen alle ihre zwölf hauptamtlichen Wahlkreisgeschäftsführer in die DDR. Eine Ungeheuerlichkeit, wenn man bedenkt, dass dieses Abkommandieren ins Ausland ja gegen den Willen und gegen die Souveränität der DDR erfolgte. Das Arbeitsministerium lieferte dem Demokratischen Aufbruch eine komplette Druckmaschine nebst Zubehör. Von den Parteienstiftungen gingen 7,5 Millionen DM in den Wahlkampf. Der Chemiekonzern Henkel lieferte ohne Umwege über Parteispenden gleich direkt 2,5 Tonnen Kleister für die Wahlplakate. Dies schreibt der ehemalige Botschafter der DDR in Jugoslawien, Ralph Hartmann, in seinem sehr empfehlenswerten Buch "Die Liquidatoren".
Das sollten wir zum Thema der "freien Wahlen" wissen, wenn in diesen Tagen der 10. Jahrestag der Volkskammerwahl der DDR am 18. März 1990 ansteht! Unzählige Radiosendungen, Ausstellungen und Veranstaltungen erinnern im Zusammenhang damit an das sogenannte "Unrechtssystem der DDR", an das "unrechtmäßig erworbene Eigentum der FDJ und der SED". Eine Unabhängige Kommission für das Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR, kurz UK, wurde von der Kohl-Regierung geschaffen. Auch unser Eigentum der Freien Deutschen Jugend wurde beschlagnahmt, alle Mitgliedsbeiträge und Spenden als "unrechtmäßig erworben" eingezogen und die FDJ enteignet. Der oberste Dienstherr dieser UK war ein gewisser Manfred Kanther von der CDU, seines Zeichens Innenminister und nun einschlägig überführt, dass er als Landesvorsitzender der CDU in Hessen Millionen ins Ausland geschafft hat.
Ausgerechnet er und seine CDU haben damals an erster Stelle den Feldzug gegen die Parteien in der DDR angeführt. Korrupt bis unter die Haarspitzen machten sie Hetze gegen die sogenannten Seilschaften der SED und rechtfertigten ihr Einfallen in den Wahlkampf auf dem Boden der DDR im März 1990 damit, dass sie nach 40 Jahren die DDR-Bürger in die Demokratie führen. Nicht genug damit bereicherte sich die CDU auch noch an der Enteignung und Zerschlagung der DDR: Beim Verkauf der staatseigenen Leuna-Werke wurden nach bisherigen Schätzungen 30 Millionen DM abgezweigt und flossen in die Kassen der CDU anstatt in die Kassen des Staates. Erst den Raub begehen und sich anschließend an der Beute auch gesund stoßen. Der eine Gewaltakt zieht den anderen nach sich. Die erste Annexion legt die Saat für weitere Eroberungen.
40 Jahre DDR hieß 40 Jahre Frieden in Europa. Aber 9 Jahre unter der Knute der BRD genügten, uns an den Rand der Katastrophe zu führen. Deutsche Flugzeuge bombardierten Belgrad und legten Krankenhäuser und Schulen in Schutt und Asche. Und was kommt als nächstes?
Was würden DT64 und elf99 heute noch alles ans Tageslicht bringen, wenn sie damals nicht vom Westkapital umgebracht worden wären und ihre Reste in Kommerz-Medien, deren Posten nicht anders als nach dem Parteibuch aufgeteilt werden, verendeten? Wie wurde sich damals gegen eine Pressezensur in der DDR aufgeregt, aber heute in der BRD findet sich kaum ein mutiger Journalist, dem man überhaupt noch eine intelligente Zeile durchstreichen müsste.
Damals aber, 1990, da zogen Hunderttausende jeden Montag hinaus auf die Straßen Leipzigs, die in den Chor aus dem Westen einstimmten und in der "Heldenstadt" Schwarz-Rot-Gold schwenkten, das gratis aus der Bonner CDU-Zentrale angekarrt wurde. Das war aber auch alles was uns vom Westen geschenkt wurde. Jede Banane, jedes Auto, jede Wohnzimmereinrichtung haben wir teurer bezahlt. Oder wie ein russisches Sprichwort sagt: Kostenlosen Käse gibt es nur in der Mausefalle!
Es ist höchste Zeit, nicht nur zu meckern, sondern unseren organisierten Widerstand auf die Straße zu tragen! Wir haben von der BRD die Schnauze voll! Vor kurzem dachte der letzte DDR-Wirtschaftsminister Gerhard Pohl (CDU) laut über einen Austritt aus der CDU-West und Wiedergründung einer eigenständigen Ost-CDU nach. Weiter so! Unsere CDU war jedenfalls nicht so korrupt. Welche Partei auch immer nach drüben geht, sie kommt unweigerlich in diesem Sumpf an.
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