Freie Deutsche Jugend
Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) seit 1948


Budapest, der 1. Juni 1999

WBDJ Urgent Action zum Mord des sudanesischen Asylsuchenden in Deutschland

Der Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) ist mit den neuen Einschränkungen und der negativen Entwicklung bezüglich der Gewährung von politischem Asyl in Europa entsetzt und bestürzt. Viele westeuropäische Regierungen verletzen die grundlegenden Menschenrechte des politischen Asylsuchenden auf fatale Weise. In Belgien letztem Herbst erstickte eine junge Frau aus Nigeria (Samiera), nachdem die Polizei ihr Gesicht mit einem Kissen zudeckte, während sie aus dem Land geflogen wurde. Letzten Monat in Österreich wurde der 25-jährige junger Mann Markus Omafuma im Flugzeug gefesselt und geknebelt und nach Sofia in Bulgarien ausgeflogen, wo er bei Ankunft tot erklärt wurde. Aamir Ageeb, ein 30,Jahre alter sudanesischer Asylsuchender starb am 28.Mai 1999, nachdem er an Händen und Füßen gefesselt war und von der deutschen Grenzpolizei zum Tragen eines Motorradhelmes gezwungen wurde, die ihn in einem Flugzeug von Frankfurt/M. nach Kairo begleiteten.. Ageeb starb kurz nachdem er das Flugzeug bestiegen hatte, das Flugzeug mußte in München notlanden, wo eine Autopsie vorgenommen wurde. Der WBDJ verurteilt diese von den deutschen Behörden zu verantwortende Tat, die eine unverhohlene Verletzung von grundlegenden internationalen Menschenrechten, Normen und Gesetzen demonstriert, und weist sie zurück. Dies zeigt auch die zunehmenden Tendenzen von Rassismus und rassischer Diskriminierung in Europa. Weiterhin ist der WBDJ informiert worden, daß viele sudanesische Asylsucher in Deutschland mit schlimmen Situationen aufgrund der von deutschen Behörden geübten strengen Maße konfrontiert. Der WBDJ ruft die bundesdeutsche Regierung auf, den Bestimmungen der Konvention aus dem Jahre 1951 zum Status der Flüchtlinge und ebenso der Konvention zum Status der staatenlosen Personen zuzustimmen. Deutschland hat im Fall von Ageeb nachzuforschen und die Ergebnisse öffentlich zu machen. Der WBDJ denunziert die gemeinsame politische Praxis von Österreich, Belgien und der deutschen Regierung. WFDY bittet diese Regierungen, die Rechte von Immigranten und Asylsucher in ihren jeweiligen Ländern zu respektieren.

WFDY ruft seine Mitgliedsorganisationen und alle Menschenechtsaktivisten auf, Protestbriefe an die deutschen Konsulate in ihren jeweiligen Ländern zu senden:

· Die deutsche Regierung darum bitten, rechtliche Schritte zu ergreifen und im Ageeb Tod nachzuforschen.

· Von den deutschen Behörden verlangen, alle rassisch motivierten Taten, die gewalttätig vom Exekutivapparat gegen Immigranten und Asylsucher begangen wurden, zu verhindern.

· Die deutschen Behörden darum ersuchen, Bedingung zu liefern, die den Schutz des Immigranten ermöglichen und es ihnen möglich macht, anständig zu leben.

Bitte sendet eine Kopie Eures Protestbriefs an Frau Mary Robinson,
Hohe Beauftragte der UN für Menschenrechte im Palais der Nationen,
CH 1211 Genf 10 Schweiz Faxnr 41 22 917 0111/917040/69170406.
Email: Secrt.hehr@Unog.ch

Mit freundlichen Grüßen

Koordinationrat des WBDJ


Freie Deutsche Jugend, Zentralrat, Karl-Liebknecht-Haus,
Weydingerstr. 14-16, 10178 Berlin,
Tel./Fax 030/24 00 92 11

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