Freie Deutsche Jugend
Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) seit 1948


zurück zur Übersicht der Weltfestspiele der Jugend und Studenten
als PDF-Datei [11kB] --- als RTF-Datei [14KB]

An alle Teilnehmer des
2.Internationalen Vorbereitungstreffens
für die XV.Weltfestspiele der Jugend und Studenten in New-Delhi

Liebe Freunde, liebe Genossen,

wir grüßen alle Teilnehmer am 2.Internationalen Vorbereitungstreffen und wünschen Eurer Konferenz und dem weiteren internationalen Vorbereitungsprozeß den größtmöglichen Erfolg. Leider können wir in diesen Tagen nicht bei euch in New Delhi sein, aber wir möchten euch versichern, daß wir alles in unseren Kräften Stehende tun, dem Vorbereitungsprozess in der BRD und der annektierten DDR zum Erfolg zu verhelfen, so daß Jugendliche aus beiden Teilen Deutschlands gemeinsam in einer Delegation vereint nach Algerien fahren.
Wer 1990 auf eine friedliche Wiedervereinigung mit dem "goldenen Westen" gehofft hatte, ist eines Besseren belehrt worden. Rassismus und Antisemitismus gehören nun zum deutschen Alltag. Seit 1945 wurden über 1000 mal jüdische Friedhöfe in der BRD geschändet. Seit 1990 sind über 130 Menschen anderer Nationalität vom Faschisten ermordet worden. Wenn der Staat wirklich etwas gegen den Fremdenhass unternehmen wollte, warum laufen dann, wie aus einer Antwort der Bundesregierung hervorgeht, 98% aller Tatverdächtigen von antisemitischen und rechtsextremen Straftaten frei herum. Eine repräsentative Umfrage eines bekannten Meinungsforschungsinstituts stellte jüngst fest, daß es 81% der Befragten besser finden, keine Juden in Deutschland zu haben bzw. sind unentschlossen. Die CDU-Opposition legt immer wieder Zündstoff nach, indem im Bundestag über "deutsche Leitkultur" debattiert wird und auch der SPD-Innenminister findet, die Grenzen der Belastbarkeit durch Zuwanderung seien überschritten.
Eine große Volksgemeinschaft ist entstanden. Erst gegen die Ausländer, und nun gegen das Ausland. Rassismus nach innen, Kriegskurs nach außen, das ist die Politik des größer gewordenen Deutschlands. Dieses Land ist in keiner Hinsicht friedlicher geworden! Unter dem Deckmantel der Umstrukturierung vollzieht die Bundeswehr eine schrittweise Militarisierung von Staat und Gesellschaft. Mit dem Ergebnis, dass sie nun bei der Berufsausbildung direkt im Betrieb steht und zivile Einrichtungen im umfangreichen Maße für militärische Zwecke nutzen kann.
Die Völker Osteuropas haben sich der neuen Großmacht Deutschland widerspruchslos unterzuordnen. Das Volkseigentum dieser Länder geriet in den 90er Jahren zunehmend in deutsche Hand. Die Bundeswehr steht bereits als Befehlshaber eines deutsch-dänisch-polnischen Korps seit 1999 in Szczecin mitten auf polnischem Gebiet. Es gilt leider immer noch: Deutsch ist, wer deutsches Blut in den Adern hat und das ist bis heute ehernes Gesetz. Die sogenannten Auslandsdeutschen, die man nicht nur in allen Staaten Osteuropas, sondern auch in Belgien, Dänemark, Italien etc. ausfindig gemacht hat, werden bewusst als Druckmittel gegen diese Länder eingesetzt. Euroregionen wurden geschaffen, die letztlich der Destabilisierung und Spaltung dienen. Seperatismus und Kleinstaaterei bieten jedoch keine ökonomische Perspektive. Aus diesem Grund werden sich die "neuen" Staaten schon bald nach potenten Partnern umsehen.
Der Anschluss der DDR war damit nicht der Endpunkt, sondern der Beginn der weiteren Ausdehnung Deutschlands, denn "Deutschland hat mit seiner Geschichte abgeschlossen, es kann sich künftig offen zu seiner Weltmachtrolle bekennen und soll diese ausweiten", so Ex-Kanzler Kohl am 30.1.1991. Mit der völkischen und rassistischen Definition der Nation können alle Staaten, die aus mehreren Nationalitäten zusammengesetzt sind, als Völkergefängnis oder Kunstprodukte der Siegermächte der Weltkriege bezeichnet werden. Die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln hat begonnen. Der Krieg gegen Jugoslawien und die Beteiligung deutscher Truppen an den Bombardements bedeuten eine echte Gefahr für den künftigen Frieden in Europa..
Ein gemeinsames Vorbereitungskomitee muß dieser Situation Rechnung tragen.
Wir haben vorgeschlagen, es "Gemeinsames Vorbereitungskomitee aus der BRD und der annektierten DDR" zu nennen und es wird damit nichts anderes ausgesagt als das was seit nunmehr genau 10 Jahren mit der Annexion der DDR der Realität dieses Landes entspricht. Dieses Land ist zweigeteilt und 1 plus 1 bleibt trotzdem 2. Es sind in diesem Vorbereitungskomitee demzufolge (zumindest) zwei Organisationen vertreten , die einerseits in der BRD und andererseits in der DDR gegründet wurden. Daran beißt die Maus keinen Faden ab. Und wenn auch der deutsche Imperialismus noch so viele Staatsgrenzen ostwärts verschiebt, wird daraus für uns Sozialisten nicht ein Land und auch nicht eine Organisationsgeschichte werden .
Es ist selbstverständlich, daß sozialistische Organisationen aus der DDR nach der Annexion des deutschen Imperialismus nicht einfach an vorhandene Strukturen in der BRD "angebaut" werden. Alle Organisationen, die sich im Vorbereitungsprozeß beteiligen, haben sich in einem gemeinsamen Vorbereitungskomitee auch wiederzufinden. Alle Entscheidungen müssen im Konsens getroffen werden, keine demokratische und fortschrittliche Kraft darf ausgeschlossen werden. Dies ist mit dem Namen "Vorbereitungskomitee aus der BRD" zumindest für uns, dem Annektierten nicht möglich. Die FDJ hat mit einer BRD nichts gemeinsam, das ist nicht unser Land und wird es nie werden, denn solange es den Imperialismus noch geben wird, wird er keine Vereinigung, sondern nichts anderes als Annexion, Okkupation und Krieg zuwege bringen. Jeder, der antiimperialistische Solidarität auf seine Fahnen schreibt, kommt an der Tatsache nicht vorbei, daß der Kampf gegen Okkupation und Annexion nie verjährt.
Die FDJ versteht sich als Teil der weltweiten antiimperialistischen Jugend- und Studentenbewegung und sieht ihren Beitrag für eine Welt ohne Imperialismus und Krieg darin, die Jugend in Europa vor der drohenden Katastrophe durch die deutsche Vorherrschaft in Europa zu warnen Während unsere Nachbarn in Europa aus Angst vor Deutschland keine ruhige Minute haben, können wir nicht im Lehnstuhl sitzen und warten, bis die Leiche des Imperialismus an uns vorbeigetragen wird.


Gemeinsam weltweit kämpfen für Frieden, Solidarität, Entwicklung - gegen den Imperialismus!
Vorwärts zu den XV.Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Algerien 2001
Lang lebe der Weltbund der Demokratischen Jugend!

zurück zur Weltfestspielseite
Link an einen Freund per E-Mail schicken --- download als PDF-Datei [11kB] --- als RTF-Datei [14KB]


veröffentlicht durch
Freie Deutsche Jugend, Zentralrat, Karl-Liebknecht-Haus,
Weydingerstr. 14-16, 10178 Berlin,
Tel./Fax 030/24 00 92 11

Zurück zur Übersicht