Freie Deutsche Jugend
Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) seit 1948


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Überall um uns herum wird gestreikt, sogar in Österreich.
Wenn man den Medien glaubt, müssen wir froh sein, dass es so was bei uns nicht gibt. Oder???

“Gute Streiks” ?

 

“Böse Streiks” ?

Juni 1953:

Wenn’s nach dem bundesdeutschen Chefhistoriker Guido Knopp geht, fand da die erste deutsche Revolution statt, was Lenin Lügen strafen würde, da der doch tatsächlich mal behauptete, die Deutschen würden zuerst eine Bahnsteigkarte lösen, bevor sie Revolution machten (ZDF, 1.6.03). Da sich der so genannte Volksaufstand des 17. Juni aber weniger auf Bahnsteigen abspielte, behält Lenin vielleicht doch recht.

Begonnen hat das, was Knopp “Revolution” nennt und so super findet, mit Streiks in Betrieben gegen Normenerhöhung. Scharfe Einschnitte in die Versorgungslage der Bevölkerung ohne ausreichende Diskussion, hatten großen Unmut hervorgerufen.

Westberlin und Westdeutschland nutzten die Gunst der Stunde und mischten sich völkerrechtswidrig in diese inneren Auseinandersetzungen ein, um das von Anfang an verfolgte Ziel der Einverleibung der DDR zu erreichen. Die Medien heizten die Stimmung gewaltig an und viele Westberliner und BRD-Bürger randalierten kräftig mit.

So mussten schließlich (acht Jahre nachdem sie das deutsche Volk vom Hitlerfaschismus befreit hatten) sowjetische Panzer verhindern, dass der Versuch, auf deutschem Boden den Sozialismus aufzubauen, schon im Keim erstickt wurde. Dies brachte uns 36 Jahre mehr an Erfahrung und die längste Friedensperiode imperialistischer Zeiten!

Dass dieser Versuch schließlich doch noch scheiterte und uns 1990 einholte, was uns 1953 noch erspart geblieben war, erleben wir tag­täglich mit Bildungs­kürzungen, fehlenden Lehrstellen, Arbeitslosigkeit, Sozialabbau und massiver Aufrüstung zur Kriegsvorbereitung.

Lasst uns die großdeutsche Katastrophe diesmal rechtzeitig verhindern!

 

Juni 2003:

Die IG Metall ruft ihre Beschäftigten in den ostdeutschen Betrieben zum Streik auf für die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, die im “Westen” lange tariflich umgesetzt ist. Ein Aufheulen geht durch die Medien.

Laurenz Mayer (CDU) meinte bei Sabine Christiansen, dass die ostdeutschen IGM-Funktionäre “völlig irre” geworden seien und den “letzten Standortvorteil” Ostdeutschlands vernichten wollen (1.6.03). Aber was hat uns dieser Standortvorteil gebracht? Massenarbeitslosigkeit oder 3 Euro fuffzich die Stunde?

Dieser Streik ist also absolut böse, soll uns zumindest verklickert werden.

Da hat Angela Merkel (auch CDU) eine Super-Idee, denn sie sieht schon ein, dass Gerechtigkeit vonnöten ist: Nicht die ostdeutschen Metaller sollen 35 Stunden arbeiten, sondern die westdeutschen wieder 38 Stunden wie ihre Kollegen aus dem “Osten”. Die FDJ hatte ihren Mitgliedern also doch ein bisschen Marx beigebracht, und Ex-FDJlerin Angela hat brav aufgepasst und gelernt, dass die Kapitalisten zur Steigerung ihres Profits täglich möglichst lange ausbeuten müssen. Wenn sich die IGM durchsetzte, würden dem Kapital, das Frau Merkel ja nun vertritt, doch jeden Tag 36 Minuten geklaut. Bei Merkels Vorschlag kriegte es 36 Minuten geschenkt, und das bei einer höheren Zahl Erwerbstätiger im Westen als im Osten! Weiter so, Angela!

Da gab’s kürzlich noch einen Streik, der war offenbar sogar so schlimm, dass man ihn lieber gleich tot schwieg:

Im April streikten 4000 Schweinfurter Arbeiter gegen den Sozialraub
der Schröder-Regierung. Sie hatten Transparente, auf denen stand z.B.:
 “Das ist die Schau: Bei unserem Lohn Sozial­abbau!”     oder:
Hartz -> Rürup -> was noch? Widerstand gegen Sozialraub!”

Na, wenn das Beispiel Schule machte!
Vielleicht sollten wir frühzeitig unsere Bahnsteigkarten lösen?

Lieber sozialistische Experimente als großdeutsche Katastrophen!

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Weitere Informationen zum Thema:


Freie Deutsche Jugend, Zentralrat, Karl-Liebknecht-Haus,
Weydingerstr. 14-16, 10178 Berlin,
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