|
download der
Resolution als PDF Das Auditorium des
Hearings "Pfingsten 2003 - Gegen die Traditionspflege der Gebirgsjäger"
verabschiedete einstimmig folgende Resolution als Zeichen der Solidarität:
Am 19. April 1945 schworen die ehemaligen Häftlinge
auf dem Appellplatz des KZ Buchenwald:
"Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige
vor den Richtern der Völker steht."
Auf dem Pfingstreffen der Gebirgsjäger im bayerischen Mittenwald wird eine
Tradition gepflegt, die von den zahlreichen Verbrechen dieser
Wehrmachtseinheiten während des Zweiten Weltkriegs nichts wissen will und
Gleichgültigkeit gegenüber deren Opfern demonstriert.
Vor 60 Jahren verübte eine Wehrmachtseinheit der Gebirgsjäger (12.
Gebirgskompanie, 1.Gebirgsdivision) im griechischen Kommeno ein Massaker und
ermordete 317 Bewohnern und Bewohnerinnen. Diese Einheit war ebenfalls an
der systematischen Ermordung von 4000 bis 5000 italienischen
Militärangehörigen auf der griechischen Insel Kephallonia beteiligte.
Keiner dieser Täter wurde bisher vor einem deutschen Gericht zur
Verantwortung gezogen. Die Opfer, die Überlebenden und ihre Angehörigen
haben bisher keine Entschädigung von der Bundesrepublik erhalten.
In der Bundesrepublik fehlt es an Unrechtsbewusstsein gegenüber den
NS-Verbrechern und deren Taten. Die Verbrechen der Wehrmacht werden bis
heute von weiten Kreisen der Gesellschaft geleugnet.
Wir fordern die Bundesregierung und die bayerische Landesregierung auf,
gegenüber den NS-Opfern - den Überlebenden, den Hinterbliebenen und ihren
Angehörigen – die NS Kriegsverbrechen als solche zu benennen und materielle
Entschädigung zu zahlen!
Wir fordern die Strafverfolgungsbehörden in der Bundesrepublik auf, gegen
die noch lebenden NS-Kriegsverbrecher zu ermitteln und zügig entsprechende
Verfahren zu eröffnen!
Wir stellen uns gegen die Traditionspflege der Bundeswehr, gegen ihre
positive Bezugnahme auf die Wehrmacht und gegen ihre heutigen
Kriegseinsätze. Wir fordern die Bundesregierung und die bayrische
Landesregierung auf, dem „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“ die
Unterstützung zu entziehen und keine gemeinsame Pfingstfeier von
Bundeswehrangehörigen und ehemaligen Wehrmachtssoldaten mehr in Mittenwald
oder anderswo durchführen zu lassen, sowie alle Opfer der NS-Militärjustiz
vollständig zu rehabilitieren.
Wir bitten die ReferentInnen des Hearings, insbesondere Frau Dimou, ihren
Sohn, Herrn Pampaloni, Herrn Sfountouris und Herrn Syngalakis, den Opfer der
NS-Verbrechen, ihren Familien, Freundinnen und Freunden unsere
solidarischen, antifaschistischen und herzlichsten Grüße auszurichten.
Wir unterstützen die Klage von Herrn Sfountouris und seinen Schwestern
gegen die Bundesrepublik im Fall Distomo vor dem Bundesgerichtshof sowie
alle griechischen und italienischen NS-Opfer und ihre Angehörigen in ihrer
Forderung nach Entschädigung und Anerkennung. Unser Mitgefühl gehört ihnen.
Mittenwald, den 7. Juni 2003
download der
Resolution als PDF
Stellungnahme der FDJ
zu Beschlagnahmungen deutschen Eigentums zur Verrechnung der ausstehenden
Reparationszahlungen Hitlerdeutschlands im September 2000
nach oben
-
zurück -
Kontaktformular
|